Chiron in Aries squares the Sun in Capricorn (December 25th & 26th 2020)

Aktualisiert: 28. Dez 2020


Heilt Zeit unsere Wunden? Oder reißt das Wissen über unserer Zeitlichkeit tiefe Kerben in unser seelenvolles Sein? Verletzen uns die scharfen Messer der Erkenntnis? Oder hilft uns Wissen zu fühlen und zu heilen? Wann zerstört uns unser Wissen? Und kann Zerstörung ein Teil der Ganzwerdung sein?


Die Sonne im Steinbock – unser irdisches Sein. Unser Wissen über Zeit und ihren Verlauf. Die Erkenntnis über unseren Ablauf, unser Ende. Die Grenzen unseres Seins. Auf der Erde. Die Sonne im Steinbock – unser Bewusstsein des Hierseins und Soseins. Unsere Vergangenheit und die Konsequenzen unseres Tuns. Unser Streben nach Sicherheit. Dem Erhalt unseres Lebens. Unser Streben nach richtigsein, angenommen- und angekommen sein.


Chiron im Widder – die Angst vor unserem Feuer, unserem Willen, unserer animalischen Natur. Die Angst erkannt zu werden – als Wesen, das Instinkte hat. Aggressionen fühlt. Bedürfnisse äußert. Unsere Angst vor unserer eigenen zentaurischen Natur, die nicht sein darf. Abgelehnt wird. Unser Feuer, dass nicht scheinen darf. Zu hell ist für die Augen der gezähmten Kultur. Für Unruhe sorgt. Chiron im Widder – unsere Wunde verstoßen zu werden, wenn wir wild, wunder- und nahbar sind.


Reißt das Wissen über unsere Wildheit tiefe Wunden in unser Fleisch? Zerstört die Erkenntnis über unsere Bedürfnisse unsere Ruhe? Oder ist diese Ruhe immer nur eine täuschende Eintracht vor dem Sturm? Ist es richtig uns zu zähmen? Oder ist diese Zahmheit wider unsere Natur?


So oft passten wir uns an, um uns sicher zu fühlen. So oft löschten wir unser Feuer, dimmten unser Licht, um annehmbarer zu wirken. So oft unterdrückten wir Instinkte, Begierden, Wut. Vor uns selbst. Aus Angst vorm Anderssein, Alleinsein, vor Ablehnung, Ohnmacht. Und schnitten damit eine trennende Wunde in unser Fleisch.


Einsicht kann weh tun. Wissen kann verwunden. Wenn wir klarsehen und verstehen, kann dies erschüttern, schocken, zerstören. Wenn wir gewillt sind zu erkennen, können wir erschrocken zurückweichen. Wir können uns voll weltigem, überwältigendem Schmerz zurückziehen. Wir sehen klar und das tut weh. Wir sehen was geschah, und fühlen ein Brennen. Doch ist dies unsere innere Flamme oder die Wunde in unserem Herz?


Manchmal kann die Sonne unseres Bewusstseins zunächst schmerzen. Sie kann den Brand verstärken und uns voll schmerzender Röte zurücklassen. Manchmal kann unser Wissen unsere Seele mit laserfeinen Strahlen entzweien. Doch oft dient diese Erkenntnis der Heilung. Oft braucht es das Extrem, um zu verstehen. Sonne kann verbrennen. Licht kann zertrennen. Doch, wenn wir im Schatten bleiben, in der Unterdrückung unseres Seins, können wir selbst niemals scheinen. Bringen uns um unser Licht. Bleiben verwundert und verwundet.


Wenn wir aushalten zu brennen, kann Neues entstehen. Wenn wir aushalten zu sehen, können wir uns helfen. Wenn wir hinschauen, können wir erkennen, was wir brauchen und wer wir sind. Wir können realisieren, dass wir ganz sind. Wenn wir alles sein lassen. Wenn wir unseren Instinkten trauen und zu unserer Natur zurückkehren, kommen wir gänzlich auf der Erde an. Im Schoße unseres Seins. In der Sicherheit, welche wir immer ersehnten und wegen der wir uns verstellten.


Wenn wir den Mut haben ins Licht zu schauen, können wir sehen, wie brandige Wunden aufplatzen, um dann zu heilen. Zu verschmelzen mit einer neuen Haut. Wir können wärmende Strahlen voll heilendem Licht empfangen. Die Regeneration unserer Aggression fühlen. Eine tiefe Sicherheit voller Echtheit erfahren. Die Realisierung unseres Soseins spüren. Die Akzeptanz unserer Natur empfinden. Wir können das Wissen über unsere Wunden erlangen, – diejenigen, welche noch offen sind und diejenigen die in tiefsten Schichten geheilt, vollkommen sind.


Wenn wir klarsehen, erkennen wir, dass wir ganz sind. Voller Kerben und Narben. Uns nicht schämen müssen. Für unsere Wildheit. Wir verstehen, dass wir da sind, um zu heilen und in der Begrenztheit unserer Zeit unser feuriges Licht zu finden, zu heilen und zu teilen.


Pictures (from above to below): Nirav Patel, unknown, unknown (please share with me if you know the photographer)

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