Mercury in Aries sextiles Mars in Gemini (April 17th, 2021)


Ich denke schnell. Ich denke viel. Sätze, Worte rennen durch mein Gehirn, meinen Geist, mein Sein. Gedanken blitzen, funkeln, sausen. Ich muss mich beeilen bevor sie verschwinden. Federleicht, doch rasend schnell. Keine Schmetterlinge, sondern Geschosse. Gedankenblitze mit Schall und Rauch. Ich renne. Halte Schritt. Ich fange meine Gedanken, doch neue Ideen sausen dazu. Entgleiten mir und kommen wieder. Rennen um mich, tanzen, kreisend, kräuselnd. Was war da noch gleich? Ich versuche sie zu greifen, zu begreifen. Bin verwirrt. Durch soviel Tempo in meinem Kopf.


Ich renne los. Weiter, schneller. Ich sehe meine Füße. Rennend. Auf dem Grund. Sekundenaufnahmen. Stunden werden zu Sekunden. Zeitraffer. Meine Füße. Auf dem Weg. Doch berühre ich die Erde? Ich spüre nichts. Sehe nur. Die Füße, Schritte. Doch bin im Kopf. Nicht im Körper. Meine Füße rennen. Von alleine. Ich renne. Mental.


Je schneller ich laufe, desto mehr kann ich denken. Meine mentale Hetzjagd wird zum Tanz. Ein dynamischer Rhythmus voller Kraft. Ich halte Schritt mit meinem Denken. Fühle die Kraft. Meines Körpers? Meiner Worte? Ich spüre den Rhythmus. In meinem Blut. Dem Lebensstrom. Strom. Gedanken im Fluss. Ich bin in Bewegung. „In Motion“. Motiviert. So viel zu denken, so viel zu sagen, so viel zu machen. Ich fühle die Flügel an meinen Schuhen. In meinem Kopf. Es flügelt. Ich flügel. Noch ein Satz, ein neuer Blitz. Ich bin wie berauscht. Meine Ideen steigen mir zu Kopf. Ich spüre das Pochen meiner Worte in den Adern. Spüre den Aufprall meiner Sätze in meinem Kopf. Oder sind dies die Füße auf der Erde? Aufprallend. Voller Widerstand? Ich weiß es nicht. Ich fühle nichts.


Ich kann nicht mehr atmen. Schnappe nach Luft. Habe vergessen zu atmen, bei so viel Denken. Habe vergessen zu fühlen. Hatte den Kopf so voll. Ich verlangsame die Schritte. Meine Gedanken – sie kommen mit. Was ein Glück! Werden ruhiger. Sanfte Melodien statt rasendem Staccato. Ich spüre ein Stechen, wie ein Messer. In meiner Seite. Da ist er ja! Mein Körper. Jetzt wo er schmerzt, spüre ich ihn. Jetzt wo es weh tut, spüre ich mich. Meine Gedanken sind scharf, können verletzen.


Meine Worte sind Pfeile, Messer. Ich muss lernen sie zu verwenden. Nicht zu verschwenden. Ich spüre die stärke meines Willens. Gedankenkraft. Doch ich darf diese Urkraft lenken. Wenn ich zu schnell bin, fehlt mir die Luft. Wenn ich nur renne, fühle ich nichts. Wenn ich nur denke, zerbricht mir der Kopf.


Ich darf lernen. Mich zu leiten, meine Gedanken zu channeln. In einen Fluss aus Erkenntnis. Einen Rhythmus aus Weisheit. Ich atme. Tief. Ein. Aus. Spüre meinen Körper. Fühle meinen Kopf. Ich merke, dass ich Pausen brauche. Auszeit. Im Kopf. Im Körper. Ankommen darf. Denn wenn ich nur renne, kann ich zwar denken, aber nicht fühlen. Ich darf anhalten. Stopp sagen. Halt machen. Nichts machen, sondern innehalten. Halt finden. Den Strom meiner Kraft verlangsamen. Meine Gedanken bündeln, aufstauen, sodass sie sich verdichten. Dichtende Worte werden. Nicht mehr nur fliegen, sondern auch landen. In den Ohren, auf der Haut, in den Herzen. Ich darf rennen und tanzen! Staccato voller Strahlkraft. Fliegende Füße ohne Fesseln. Meine Gedanken sind frei.


Doch ich darf auch ruhen. Sodass die Ideen sinken. In meinen Körper, mein Herz. Sich verbinden mit dem Äther meiner Seele, dem Schlagen meiner Brust. Denn dann. Dann. Wenn sie verdichtet und bekräftigt sind. Dürfen sie ihren Zyklus fortsetzen. Dürfen vom Herzen aufsteigen. In meinen Hals, meinen Mund. Worte bilden. Worte, die keine Gefechte sind, sondern voll Wunder. Kraft und Präsenz. Essenz und Inhalt. Gedankenkreisläufe. Gedankenzyklen. Kopf Herz Hals.


Und ich begreife, nein ahne. Dass ich gesegnet bin. Diese Gedankenblitze sind nicht meine. Ich bin die Antenne. Ideen Empfänger. Glücklich, getroffen zu werden. Und deshalb auch stehenbleiben darf, muss. Damit sie mich finden. Die Blitze mich treffen. In den Kopf? Ins Herz? Um sie dann zu bewegen. Durch meinen Körper, den Geist, mein Herz. Damit ich sie teile. Mitteile. Und dem Kosmos gebe, was ich empfing. Ideen Transformator. Empfänger und Sender. Rennend und rastend. Immer auf dem Sprung, doch trotzdem präsent. Ich spüre die Kraft. Kosmische Gedankenenergie. Ich spüre die Worte in meinem Körper. Vibrierend. Animierend. Ich laufe los. Doch bin nun im Fluss. Spüre die Flügel und die Füße. Ein Schritt. Ein Satz. Im Kopf. Im Körper. Geistiges Sein. Bewegend und erhebend. Mich? Dich? Die Welt?



Pictures from above to below: 1-4 unknot, 5 Elif Sanem Karakoc


7 Ansichten0 Kommentare

Aktuelle Beiträge

Alle ansehen

The Goddess