Mercury in Capricorn conjuncts Pluto in Capricorn (January 5th, 2021)


Merkur im Steinbock. – Solide Gedanken mit Grund. Ideenströme in sauberen Bahnen. Aufblitzende Visionen, eingefangen in geordnete Listen, welche Ideen von heute als Konsequenz unseres Gestern enthüllen. Unser heutiges Erkennen in realistische Prognosen zukünftigen Seins transkribieren.


Pluto im Steinbock. – Tiefes Graben in vergangenen Mustern. Untergraben alter Werte. Umreißen überkommener Systeme. Wegreißen allen Seins, allen Tuns, aller Regeln, aller Strukturen – welche nicht mehr passen. Zu uns. Der Tod. Alter Versionen, die unserer Seele niemals? nicht mehr? entsprachen.


Ich stecke den Kopf in den Sand. Treibe hinab in erdige Gründe. Lasse mich hinabstrudeln. In Tiefen. Ich sehe die Dunkelheit des tiefen Erdreichs um mich. In mir. Ich spüre die weiche Härte der Erde. Tiefe Verkrustungen vermischt mit spitzigen Steinen, weichen Partikeln. Ich sehe nichts mehr. Alles schwarz. Ich spüre nur. Erde. Enge. Ich kann nicht mehr atmen. Sauge durch meine Nase nur modriges Wabern stillstehender Luft. Abgestandene Gedanken. Tief vergrabene Geheimnisse. Voll Scham, Schuld. Ich will Luft holen. Klar atmen. Sehen. Doch ich stecke fest. Will mich befreien. Ich weiß, dass das nicht geht. Noch nicht geht. Dass ich hier sein muss. Jetzt. In der Tiefe. Meines Seins. Alleine mit meinen Gedanken. Die mich ins Bodenlose meiner Seele ziehen. Locken?


Denn ich folgte diesen sehnsüchtigen Tiefen. ICH steckte meinen Kopf in den Sand. In die Dunkelheit der Erde. Meiner Natur. Ich war es selbst, die wissen wollte, was hier schlummert, in den dunklen Ecken meines Seins. Ich wollte nachschauen, verstehen, sehen, erklären. Doch jetzt ist alles schwarz. Ich sehe meine Hand nicht vor den Augen. Höre nur das pochende Dunkel meines Bluts in meinen Adern. Den Adern meines Gehirns, meines Körpers. Den Adern und Höhlungen der Erde, in der ich stecke. So tief, dass ich vergesse, wo das Licht ist. So dicht, dass ich mich frage was das ist – Licht.


Ich weiß nicht ob, ich meine Augen zu oder auf sind. Sehe ich offenen Auges ins Dunkel? Oder ist das Dunkel in mir? Sehe ich die schwarz Weite der Erde? Oder die schwindelerregenden Tiefen meiner Selbst? Ich habe Angst. Ich will schreien. Sprechen. Sagen, dass ich hier bin. In meinem Dunkel. Ich will schreien, dass man mich herausholt. Mir hilft. Ich will, dass wieder Licht ist. Ich bereue, dass ich so tief sank. Doch ich kann meinen Mund kaum öffnen. Schmecke nur modrige Erde. Mein Schreien wird von Schwärze geschluckt.


Ich gebe auf. Gebe mich hin. Lasse los. Ich sehe mich um. Betrachte die Schwärze mit anderen Augen. Jetzt, wo ich hier bin. Jetzt wo, ich nicht anders kann. Sehe ich, dass Schwärze voller Weite ist. Ich erkenne die feinen Konturen der Erdpartikel um mich herum. Sehe das Potential der gestorbenen, noch nicht neu erweckten Zellen. Ich fühle, dass dies natürlich ist. Die Erde. Das Dunkel. Ich weiß, dass dies dazu gehört. Die Tiefe. Das Sein. Ich gewöhne mich an die Schwärze, die plötzlich facettenreich glimmt. Fast leuchtet. Wie ein Regenbogen voll unterirdischer Schönheit. Ist dieses Schimmern im Außen? Ist dieses Glimmern in mir? Ich weiß es nicht. Halte die Augen geschlossen und kann deshalb sehen. Fühlen. Wissen. Ich spüre, dass alles gut ist. Fühle die weiche Härte um mich. Ich muss hier nicht bleiben. Kann geistig entfliehen.


Es ist liegt in meiner Macht zu gehen. Es liegt in meiner Kraft die Schwärze zu fürchten oder zu umarmen. In ihr mehr zu sehen als sinnlose Tiefe. Ich kann meine Schwärze erkennen und als schwarzes weißes Blatt betrachten. Als Basis und Grund, um neue Welten zu malen, zu kreieren. Auf dunklem Grund meinen Regenbogen zu finden, zu skizieren. Ich kann die Weite der Schwärze erkennen. Das unsagbare Potential meiner Tiefe erspüren. Ich kann meine Hände bewegen. Ich kann, wenn ich will. Es liegt in meiner Kraft, meiner Macht mich herauszudrücken – aus dem Schlamm, den abgestorbenen Partikeln früheren Lebens. Alten Teile von mir, die nun tot sind. Mich nur noch beengen.


Doch ich kann mich herausdenken, herausziehen. An den eigenen Haarspitzen meiner Gedanken. Ich spüre meinen Kopf aus der Erde wachsen. Dem schlammigen Matsch meiner Tiefe ersteigen. Ich spüre das Licht auf meinem Scheitel. Fühle die Wärme auf meiner Stirn. Ich ersteige. Dem Dunkel. Der Tiefe. Ich erblühe gedanklich? wirklich? Ich öffne die Augen und sehe. Zum ersten Mal wie hell es ist. Zu ersten Mal wie es wirklich ist. Ich reibe mir den Sand aus den Augen. Und sehe klar. Das Dunkel. Das Licht. Mich.



Pictures (from above to below): 1 & 2 Alessio Albi, Pauline Goyard, 4 & 5 unknown.

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