Planet Uranus, Saturn, Authentizität und *Überraschungen*

Aktualisiert: 3. Feb.


Warum wird Uranus oft mit Unvorhersehbarem, Überraschungen oder sogar Schocks in Verbindung gebracht? Und was hat es mit der – äh – unaussprechlichen Au-then-ti-zi-tät des Wassermanns auf sich...?


Da wir seit 2021 Jahr in den „Genuss“ eines spannungsvollen Quadrats zwischen Saturn im Wassermann und Uranus im Stier kommen, macht es durchaus Sinn einen Blick auf Saturn, Uranus und etwaige *Schocks* zu werfen – aus der Perspektive von Evolutionary Astrology.



Wofür steht Planet Uranus aus Sicht von Evolutionary Astrology?


Uranus ist der Herrscherplanet des Wassermanns und der erste „Outer Planet“ nach Saturn. Obgleich Saturn noch mit bloßem Auge sichtbar ist, kann Uranus nur mit Hilfe von Technik gesehen werden – so wurde Planet Uranus auch erst 1781 nach der Entwicklung des Spiegelteleskops von Friedrich Wilhelm Herschel entdeckt.


Mit Uranus sind wir also wortwörtlich “out of space and time”. Wir sind losgelöst von irdischer Schwere, physischen Konditionen und Zeit.


Mit Uranus betrachten wir alles im JETZT. Wir nehmen objektiv das So-Sein der Dinge, der Welt, anderer Menschen und von uns selbst wahr.


Wir sind mit Uranus emotionslos und frei von jeglichen Urteilen, Vorurteilen, Konditionierungen, Erwartungen – gegenüber uns selbst, anderen Menschen und der Welt. Diese Vorurteilsfreiheit spiegelt sich *by the way* auch in der Wassermännischen Freundlichkeit wider.


In Evolutionary Astrology symbolisiert der Archetyp Uranus unser natürliches, pre-konditionierte Sein – „individuation and freedom from the known“ (J.F. Green).


Wir sind mit Uranus objektive Beobachter*innen. Nehmen urteilsfrei wahr und nehmen daher auch Abstand von Konditionierungen, Erwartungen, Prägungen.



Was hat Planet Uranus mit Schocks und Überraschungen zu tun?


Da wir mit Uranus objektiv wahrnehmen was ist, sind Schocks und Überraschungen eigentlich nichts Uranisches, sondern gehören zu Saturn *shocking*!


Ein fliegendes Einhorn ist ein fliegendes Einhorn. Punkt.


Zum Schock oder zur Überraschung wird das Einhorn erst, wenn es auf unsere Erwartungen, Vorstellungen und Urteile wie die Welt unserer Meinung nach zu sein hat, trifft.


Der Schock passiert durch unsere Saturnische Prägung – nicht durch das Uranische Einhorn.


Denn es ist unser Saturn, mit dem wir denken: „Das kann doch nicht sein? Warum sehe ich Einhörner? Es gibt keine Einhörner! Was sagen die Anderen, wenn ich behaupte Einhörner zu sehen. OMG! Bin ich verrückt…?“


Uranus wird daher auch als „higher octave“ von Merkur betrachtet: Mit Merkur benennen wir Phänomene, Dinge, die Welt und ziehen logische Verbindungen. Mit Uranus hingegen betrachten wir „einfach“, ohne einzuordnen, zu klassifizieren oder Labels aufzudrücken.


Uranus ist unser Bedürfnis uns selbst, andere, die Welt SEIN zu lassen und gemäß unserer authentischen Natur zu leben – frei von unnatürlichen Korsetten.



Welche Herausforderungen bergen Wassermann und Uranus?


Die Gefahr mit Uranus ist komplett abzuheben. Denn wir leben nun mal in einer Saturnischen Realität. Wir haben ein zeitlich begrenztes Leben, sind in einer materiellen Welt inkarniert und befinden uns in einem sterblichen Körper.


Das Learning mit Uranus besteht darin, unsere freigeistigen Erkenntnisse in unsere Saturnische Realität zu integrieren (Hallo Saturn Uranus Quadrat 2021/22!).


Zudem haben wir eben nicht nur ein Higher Mind (Uranus), sondern auch Bedürfnisse und Gefühle.


Ein grundlegendes Gefühl von Sicherheit und Vertrauen ist wichtig, damit wir etwaige Saturn-Einhörner-Schocks gelassen hinnehmen können, ohne durchzudrehen (Quadrat zwischen Uranus/Wassermann und Stier Archetyp).


Zudem dürfen wir vor lauter „Out of Space-ness“ nicht unseren Körper vergessen.


Denn dieser ist – jedenfalls in dieser Inkarnation auf Planet Erde – unser wundervolles Zuhause und das Werkzeug unseres freien Geistes – ein Learning, das durch den derzeitigen und noch bis 2027 dauernden Transit von Uranus (Higher Mind) durch das Erdzeichen Stier (Körper, physische Bedürfnisse) verhimmelskörpert wird.


Und wenn wir schon von Planet Erde und Einhörnern sprechen – Let's get even more "crazy"...



Was können wir von Saturn und Uranus bezüglich "psychischer Störungen" lernen?


Ich muss bei Saturn und Uranus auch über angebliche „psychische Störungen und Dysfunktionen“ nachdenken.


Hierbei wichtig: Ich möchte meine persönliche Perspektive teilen, ohne Anspruch auf Richtigkeit. Ich bin keine Ärztin oder Psychologin, sondern Evolutionary Astrologer. Ich habe aber selbst langjährige Therapie-Erfahrungen.


Saturn und der Steinbock Archetyp spiegeln das Bedürfnis wider mit unseren verfeinerten (Jungfrau) Ressourcen und Fähigkeiten (Stier) etwas Beständiges im Außen zu errichten und uns ein Leben aufzubauen –innerhalb der Gesellschaft (Steinbock).


Doch was ist wenn unsere Einzigartigkeit (Uranus) nicht zur Gesellschaft (Saturn) passt?


Hierbei dürfen wir bedenken, dass Saturn’s Status Quo relativ ist: Je nachdem wann und wo unsere Seele inkarniert, werden wir aufgrund bestimmter Fähigkeiten als Seherin oder Heilige verehrt, als Hexe verbrannt, verbannt oder in Therapie geschickt.


Was ist, wenn der „auffällige“ Teenager nicht verrückt ist, sondern ein Spiritual Awakening hatte - widergespiegelt durch einen intensiven Uranus Transit?


Was ist, wenn eine Essstörung darauf beruht, dass die Seele in anderen Dimensionen inkarnierte und jetzt Schwierigkeiten mit der beengenden Schwere eines Körpers hat?


Was ist, wenn eine Lernstörung bedeutet, dass der Geist einfach anders und vielleicht kreativer denkt als das derzeitige Schulsystem es vorschreibt – widergespiegelt durch einen rückläufigen Merkur?


Was ist wenn gar nicht das Kind gestört ist, sondern das System?


Unsere Gesellschaft tendiert dazu Anderssein (Uranus) als dys-funktional abzustempeln. Viele (nicht alle!) Therapien zielen noch immer auf „Reparatur“ ab – sodass, die Seele wieder leistungsfähig ist und – traurig aber wahr – funktionieren, arbeiten, produzieren und konsumieren kann!


Wer sich mit Diagnosen und Stigmata identifiziert, fühlt sich schnell falsch, krank, nicht dazugehörig.


Doch geht es wirklich darum etwas zu reparieren und wegzumachen?


Oder geht es vielmehr darum Bewusstsein zu schaffen und der Seele zu helfen mit gewissen Fähigkeiten umzugehen – diese als Gabe zu entdecken und in die (physische) Realität zu integrieren (Chiron als Rainbow Bridge zwischen Uranus und Saturn)?


Ich habe keine Antwort auf diese Fragen, doch mir hilft Evolutionary Astrology angebliche „Störungen“ aus einer weiteren und tieferen Perspektive zu betrachten.


Wir dürfen – glaube ich – alle noch viel lernen… persönlich und (vor allem) kollektiv…



Art by Tuco Amalfi



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