The Moon conjuncts Neptune in Pisces (January 17th 2021)


Die Mondin – Unsere Emotionen, Intuition, tiefes Fühlen, Ahnen. Unsere Erinnerung. Bewusst und unbewusst. An Erlebtes und Vorgeburtliches. Unser Instinkt. Unser Zu- und Abneigen. Wohlgefühl. Im Schoß der Mutter. Unser Bedürfnis nach Nährung. Geborgenheit. Unser warmes Streben nach Fürsorge. Das Umsorgen anderer. Die Mondin. Unsere umdunkelten Prägungen unterbewusster Nächte, Tage, Leben.


Neptun – Unser Einssein mit dem All. Unsere Intuition und Verbundenheit. Unser Fühlen der nichtdenkbaren WAHRHEIT. Unerklärbaren Realität. Irrationaler Weisheit. Unser Rausch der Auflösung. Die Desillusion unseres Seins. Neptun. Das Verschwimmen im Zauber der Phantasie. Welche alle Realität in zarter Konfusion zerfließen lässt.


Ich spüre sanfte Wellen über meine Füße streicheln. Zart und voll prickelnder Kühle. Ich tauche ein in wohliges Nass. Lasse mich umspülen, bedecken, umarmen von seidigen Fluten unendlichen Seins. Wassermoleküle, die mich umspülen, durchdringen, sich verbinden mit meiner Haut, meinem Sein. Ich löse mich auf in zarten Wellen. Kühl und trotzdem geborgen. Ich bin eins mit der Flut, jeder Woge und dem großen Wasser. Ich bin gehalten von der Weite. Sicher. Ich entschlüpfe in die angenehm ausufernde Konformität des Blau. Kein Kontrast. Keine kantigen Grenzen. Nur verblauende Facetten, welche ineinanderfließen. Ich verschwimme. Weit hinaus in die See.


Ich fühle die Geborgenheit der Weite. Die Verschmelzung meines Körpers mit den lebenserfüllten Wogen. Ich tauche tief. Sehe nicht klar, doch fühle. Intuitiv, intensiv den Grund des Sees. Meines Seins. Allen Seins. Den Boden. Den gluckernden Schoß von Mutter Erde. Das Wasser ist gehalten. Ich bin gehalten. In diesem wogenden Kosmos von Lebendigkeit. Liquidem Leben. Reinem Sein. Ich bin nackt. Ein Kind. Überhaupt schon geboren?


Ich erinnere mich. An Badewonnen in Kindertagen. Blaue Lippen und freudiges Spritzen. Sonnenwärme und süße Kühle. Ich erinnere mich an Mutters Rufen. Singen? Zartgezeichnet durch meine durchwasserten Ohren. Geräusche, welche in angenehmer Dämpfung in mein Bewusstsein drangen. Es war schön. Im Wasser meiner Kindheit. Unsichtbar behütet durch Mutters Augen. Getragen durch die väterliche Dichte der Wogen. Es war schön. Im Schoß der Mutter. Im Wasser des Lebens. Doch dies ist vergangen, zerronnen, zerflossen.


Und trotzdem fließt es in mir. Um mich. Ich verschwimme das glitzernde Blau von jetzt mit den Wassern vergangener Tage. Nächte. Stunden. Was ist Zeit. Ein Konstrukt. Doch meine Seele weiß es besser. Die Natur weiß es besser. Sie hat ihren Rhythmus, Zyklen, Gezeiten, die keines tickenden Konstrukts bedürfen. Das Wasser um mich, in mir ist. IST. Ich bin alles. Jeder Moment meines Seins durchdringt mich. Durchspült mich. Wie Wassermoleküle meines Körpers.


Jede Version meiner selbst ist hier. Alle Erinnerungen meiner Seele. Teil des liquiden Lebens. Über den Tod hinaus. Erinnerungen aus früherem Sein. Die nur meiner Seele zugänglich sind. Denn was ist schon Wissen. Verstehen. Wenn ich spüren kann. Das alles. Ich bin. Und gleichzeitig nicht bin. Gleichzeitig. Nicht zeitlich. Alles. Eins. Gehalten durch die geborgene Grenzenlosigkeit der See.


Ich weiß, dass ich auftauchen, aufwachen werde. Dass das grellende Licht des Tages mich trifft. Dass ich entschlüpfe. Dem Schoß der See. Neu geboren. Aus den Wogen. Mit Klarheit und Frische im erwachten Geist.


Doch einen Moment will ich noch bleiben. Mich auflösen. Im glitzernden Nass. Mich hingeben. Den Fluten des Seins. In traumhafter Kühle verblauen. Jetzt. Immer. Eins.



Pictures from above to below: Baptiste Hauville Photographe, unknown, unknown, Ravi Vora.

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