The Moon conjuncts Uranus in Taurus (April 13th, 2021)

Aktualisiert: Apr 13


Können wir rasten? Dürfen wir rasten? Oder rosten wir ein, in unserem Sein, wenn wir nichts tun? Immer stetig, immer fleißig. Funktionieren. Ohne Tun keine Funktion. Funktionales, lineares Leisten. Voran! Aufauf! Doch wo bleibt der Funke bei all der Funktion? Wo bleibt das Funkeln bei dieser Fiktion – surreale Fixierung auf Funktion. Wo ist die Magie in diesem Moment? Verschluckt von Maschinen. Verschluckt vom Machen. Verschluckt. In uns. Der Seele. Dem Sein.


Verschluckt. Geschluckt. Viel zu viel. Immer wieder. Kein Platz zum Atmen. Kein Platz zum Rasten. Kein Platz zum Ruhen. Ich spüre die Erde nicht mehr. Zu hastig sind meine Schritte. Getrieben von meinen Gedanken, getrieben von meinem Wollen. Ich will mich verändern, will wachsen, will erreichen. Nur was? Ich habe mich verirrt, verwirrt. War zu schnell. Die Veränderung – sie überrollte mich. Fand sie schon statt? Muss ich sie einholen? Mich einsammeln? Doch wo bin ich?

Ich bleibe stehen. Blicke mich um. Sehe, spüre, rieche, schmecke. Den Moment. Die Magie. Ich fühle die Erde unter mir. Üppiger Grund für die Fülle des Lebens. Wo bin ich? Ein Garten! Voll blühender Bäume und saftigem Gras. Die ich übersah, als ich so rannte. Immer gerade aus. Immer ans Ziel. Doch dieses Ziel ist hier. Jetzt. Jetzt. Jetzt. In jedem Moment.


Ich setze mich hin. Verweile. Das weiche Gras wiegt sich unter mir. Mit mir. Ich wiege in natürlichen Rhythmen. Zyklen des Lebens. In mir, um mich. Natur. Schönheit. Echtheit. Fülle. Ich spüre mich als Teil des Ganzen. Und doch in mir. Abgeschlossen. Sicher in diesem Garten. Meiner Natur. Ich habe ja alles. In mir. Um mich. Ich muss nicht rennen. Kann rasten, tapsen, langsam schreiten, statt immer zu hetzen. Ich darf das Tempo bestimmen. Niemand treibt mich. Außer mir. Doch will ich das wirklich? Ich spüre was Wert hat. Jetzt, da ich still bin. Ich fühle – meine Seele auf goldenem Grund. Ich höre ein leises Wispern. Sind das Vögel? Oder Gefährten? In meinem Inneren tut sich was. Es tut. Ich tue. Obwohl ich ruhe.


Ich merke, dass ich mich verändere. Obwohl ich nicht Mache. Obwohl ich nichts mache. Ich spüre wie Steine rollen. Jetzt, da ich raste, kann sich mein Innen bewegen. Jetzt, da ich ruhe, kann’s in mir Rollen. Veränderung. Nicht schnell. Nicht sichtbar. Doch spürbar. Massiv und tief. Ich transformiere voll langsamer Schönheit im atemvollen Rhythmus meines Seins. Ich fühle, dass ich anders werde, anders sehe, anders denke. Ich fühle meinen Wert. Unendlich und unabhängig von meinem Tun. Ich merke, nein spüre, dass ich Natur bin. Göttlicher Teil des Kosmos. Schöpferischer Kraft in der Unendlichkeit des ALL. Und damit ebenso wachsend, verändernd, erstehend, vergehend im ewigen Zyklus der zeitlosen Rhythmen von Seelen und Sein, überfließendem Leben in allem was ist, was war. Was wahr. Ist.


Ich stehe auf. Ich bin verändert. Ich gehe weiter. Neue Schritte. Doch nun mit Bedacht. Mit Gefühl. Mit Geduld. Mit Vertrauen. Ich verändere mich auch ohne lineares Funktionieren und rastloses Tun. Ich halte Schritt mit der Transformation. Kann neue Wege erkunden, statt ausgetrampelte Pfade zu nehmen, um schneller zu sein. Ich kann Schlaufen laufen und doch nicht zurückgehen. Denn das Zurück ist nicht mehr da. Hat sich verändert. Genau wie ich. Ich erkenne die Präsenz des Seins und den Wert der Ruhe. Ich fühle die Veränderung meiner Seele und die Potenz des Moments.


Ja, ich will mich verändern. Wachsen, erwachen, erwachsen. Will meinen Garten blühen sehen. Doch dies geschieht nicht, wenn ich renne. Sondern wenn ich zwischendurch zu Atem komme und immer wieder, Schritt für Schritt die Erde spüre, dem Wispern lausche und dorthin taste – nicht haste – wo mein verändertes Bewusstsein bewusst sein kann.



Pictures from above to below: 1, 3, 4 artist unknown (via Pinterest), 2 & 5 Autumn Skye Art


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