Venus in Capricorn trines Mars in Taurus (January 9th, 2021)


Venus im Steinbock. – Unsere Liebe zur Strenge. Der süße Schweiß unseres Wollens. Unser Streben nach Beständigkeit. Gefühle mit Boden. Unsere Lust an Dauerhaftem. Die Schönheit der Zeit. Lustvolles Zerfließen in Vergangenem und geordnetes Erschaffen von Neuem. Unser Wissen, dass tiefen Beziehungen Arbeit vorangeht.


Mars im Stier. – Die Energie der Stille. Die Macht des Moments. Unsere natürliche Kraft, welche sich erden will. Wurzeln schlagen. Voll harter Kraft in weicher Krume. Unser Streben nach Werten, die länger dauern als einen Sommer. Und uns die Süße unseres Wollens ernten lassen.


Venus im Steinbock & Mars im Stier. – Hände, die über drahtig-grünes Moos streifen. Moos, welches die graukühle Härte des Felsens überzieht. Gleichsam weich und stark. Grün und grau. Kühl und von samtiger Wärme. Es braucht Zeit, bis sich schroffe Felsen in naturschlummrige Kissen verwandeln. Es braucht Zeit, bis die feinen Ranken lebendigen Grüns die steinerne Härte erweichen. Es braucht Zeit, bis Härte und Weichheit zur Einheit verschmelzen, welche ihr Reichtum aus der Polarität ihrer Gegensätze erhält.



Es DARF dauern. Reifen. Wachsen. Werden. Es muss nicht schnell gehen. Überstürzen. Fallen? Manche Verbindungen brauchen Raum, um zusammenzuwachsen. Manche Beziehungen brauchen den passenden Nährboden und gehaltvolle Erde, um zu grüner Schönheit zu erblühen. Doch manchmal fällt es uns schwer zu warten. Wir wollen am Gras, am Grün ziehen. Wir wollen. So sehr. Dass es schneller, besser, einfacher geht. Doch kann etwas von Dauer sein, was wir im Rausch erreichten? Kann etwas bestehen, das wir im stolpernden Laufschritt jagten? Nur allzu oft verlieren wir beim Rennen die Richtung. Sehen den Weg vor lauter Bäumen nicht mehr. Verwirren und verirren uns. Erkennen nicht, was wirklich wahr, war und ist. Verlieren unsere Natur aus dem Blick.


Manchmal lohnt es sich den Schritt zu bremsen. Die Erde unter den Füßen zu spüren. Braunweicher Grund auf unserer Haut. Manchmal lohnt es sich den Atem zu verlangsamen und einen langen Atem zu haben. Manchmal ist es sogar anstrengender, nicht zu ziehen, sondern zu lassen. Den Rhythmus zu finden. Aus Tun und Sein. Handeln und Empfangen. Den Zyklus zu sehen, zu verstehen. Aus Härte und Weichheit. Durchhalten und Erhalten.


Es lohnt sich die Kraft der Stille zu entdecken. Zu lauschen. Dem Rascheln des Tann‘ in kühler Luft. Zu fühlen. Wie die sonnenerwärmte Erde tiefkühlende Schichten überzieht. Zu sehen. Wie grünes Moos und grauer Stein sich vereinen. Es lohnt sich die Macht des Empfangens zu genießen. Sich zu öffnen, dem unaufhaltsamen Gebären der Natur. Dem Sterben und Vergehen, Aufblühen und sich entfalten. Um uns. In uns. Denn, wenn wir uns öffnen – die Kräfte in uns entdecken und in uns verschmelzen, können wir aus uns gebären, kreieren, erschaffen. Wir können das Moos sein. Das weich, schön und doch voll drahtiger Strenge ist. Wir können der Fels sein, der hart, kalt und doch voll stützendem Halt ist.


Wenn wir Geduld haben. Mit uns, unserer Natur. Wenn wir nicht aufgeben. Zu erwachen und zu erwachsen, auch wenn die Härte der Zeit an uns nagt. Wenn wir gewillt sind den erdigen Rhythmus unseres Seins anzunehmen. Wenn wir uns öffnen. Der Liebe und Strenge, der Kraft der Stille. Dem Prozess der Näherung. Der Polarität des Einsseins. Dann können wir verkörpern, was wirklich in uns schlummert. Wir können in Beziehung sein. Mit allem. In uns. Um uns. Wir können ihn spüren. Den Wert der Weichheit und den Reichtum der Gegensätze. Von samtig-grünem Moos und steinkühlender Stärke. Wir können spüren, dass alles da ist. In uns. Um uns. Wenn wir gewillt sind zu wachsen und zu hegen. Den Prozess des Erschaffens zu genießen. Mit allen Sinnen. Zu spüren, dass wir fähig sind, zu gebären. In Liebe aufzugehen, in unserer Natur. Mit unserer Natur. Und die süße Zähe der Zeit als Geschenk des Genusses empfangen.


Pictures from above to below: Unknown, Ryan Buchanan, Unknown, Unknown.

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